Die Brennnessel ist eine der ältesten und bedeutendsten Medizinpflanzen unserer Breitengrade und ein ebenso vielseitiges Gemüse in der Küche. Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit ist sie etwas in Vergessenheit geraten – zu Unrecht.

Die Brennessel hilft bei Haarausfall und Anämie, stärkt das Immunsystem, ist wirksam bei Prostataerkrankungen und Harnwegsinfekten und entzündungshemmend bei Arthritis und Gicht. Im Ayurveda schreibt man ihr kühlende und trockene Eigenschaften zu, was mit ihrer entwässernden Wirkung einhergeht. Nicht einsetzen sollte man die Brennnessel allerdings bei starken Ödemen die auf eine eingeschränkte Herz- oder Nierentätigkeit zurück zu führen sind. Doch die Brennnessel hat nicht nur Heilkraft, sondern auch eine Menge Nähr- und Vitalstoffe in Kombination mit einer milden Geschmacksnote und eignet sich zur Zubereitung leckerer Gerichte. Neben 3 mal so viel Eisen wie Spinat enthält sie 6 mal mehr Calcium als Kuhmilch, siebenmal so viel Vitamin C wie Orangen und ist reich an Zink und Kieselsäure. Doch damit nicht genug gehört sie zu den wenigen Pflanzen, die auch verfügbares Eiweiß liefern.

Besonders im Frühjahr eignet sich die Brennessel als Gemüse und für Smoothies oder Tee zur Entgiftung des Körpers, denn sie unterstützt Leber und die Galle positiv durch ihre Gerbstoffe. Der Saft der frischen Brennnessel wird als harntreibendes, blutzuckersenkendes und blutreinigendes Mittel hoch geschätzt. Im Ayurveda hat die Brennnessel eine vermindernde Wirkung auf das Kapha Dosha – perfekt also um im Frühjahr den Überschuss an Kapha zu senken oder einen Detox mit Brennnesseltee zu unterstützen.

Dosha Wirkung:

So wird die Brennnessel genutzt:

Die frischen, jungen Brennnesseln werden im April/Mai gepflückt.  Beim sammeln achte darauf nur die Spitzen zu Pflücken, das heisst den oberen Teil der Pflanze. Damit vermeidest du auch Stiche, und wenn es doch einmal brennt ist es nicht schlimm, denn man sagt, dass jede Berührung mit der Brennnessel das Immunsystem fördert. Keine Angst: sobald die Pflanze verarbeitet wird, verlieren die Brennhaare ihre Wirkung. Neben Tee lassen sich die Brennnesselblätter auch wie Spinat zubereiten, der nicht nur lecker schmeckt, sondern auch Magen und Körper entgiftet.

 

Mehr zum Thema und leckere Rezepte:

 

Quellen zum Nachlesen:

  1. Chrubasik, S., Enderlein, W., Bauer, R., Grabner, W. Evidence for antirheumatic effectiveness of Herba Urticae in acute arthritis: A pilot study. Phytomedicine 1997, Vol 4, Issue 2, pp 105–108
  2. Borsuk, O.S., Masnaya, N.V., Sherstoboev, E.Y., Isaykina, N.V., Kalinkina, G.I., Reihart, D.V. Effects of drugs of plant origin on the development of the immune response. Bull Exp Biol Med. 2011, Vol 151, Issue 2, pp 194-6. 
  3. Safarinejad, M. Urtica dioica for treatment of benign prostatic hyperplasia: a prospective, randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study. J Herb Pharmacother. 2005. Vol 5, Issue 4, pp 1-11.